Flutkatastrophe: Gemeinsamer Spendenaufruf der Kölner Radgruppen und -clubs

Das katastrophale Hochwasser hat in den Kreisen Ahrweiler, Erftstadt, Euskirchen, in Weilerswist-Heimerzheim-Rheinbach, Schuld und auch an der Bevertalsperre genau dort unvorstellbares Leid und Zerstörungen angerichtet, wo alle von uns schon zahllose schöne Stunden auf dem Rad verbracht haben.

Nachdem die Soforthilfe weitgehend organisiert ist, wollen wir den Menschen in Ahr-Eifel, die zum Teil alles verloren haben, und auch im Bergischen langfristig helfen. Wir möchten euch deshalb dazu aufrufen, an die „Aktion Deutschland Hilft“ zu spenden. Aktion Deutschland Hilft ist das Bündnis von mehr als 20 starken deutschen Hilfsorganisationen, die gemeinsam Menschen in Not helfen. Deine Spende geht zu 100% direkt an die Non-Profit-Organisation. Bitte beachte, dass die Einzelspende im Link auf 100,- € voreingestellt ist (änderbar). 

Noch eine Bitte im Interesse der Einsatzkräfte: Bitte umfahrt bei euren Touren bis auf weiteres weiträumig die genannten Regionen, um die Sicherungs- und Aufräumarbeiten nicht zu behindern. Danke! 
 
Für den Kölner Radsport: Cyclits Cycling Collective, Fietsclub Rhenania, Flanell&Spandex, Gravelpedia, Kölner TrainingsTiere, ROAAR, RTC dasimmerdabei 04, Scuderia Südstadt, Sore Bikes, Team Colonia Kids und team Radfritzen.

Gib mir die Kugel. Über die RoKi zum Eis-Café.

Die Scuderia Südstadt in Köln einmal nicht auf dem Rennrad

Eine entspannte Latte von der Torburg bis zum Eis-Café in Rodenkirchen

Genau die richtige Herausforderung für´s Wochenende so eine Early-Bird-Latte-Runde an einem lauschigen Samstagmorgen. Sechs Scuderisti der „FrühaufsteherInnen-AG“ trafen sich völlig selbstlos und willensstark bereits um 9 Uhr morgens an der Torburg zur Schlumpfeis-Tour Richtung Rodenkirchen.

„Kurz vor Erreichen der Rodenkirchener-Brücke waren wir uns allerdings schnell einig darüber, dass wir noch einen kleinen Abstecher über das Bergische machen“ so die einhellige Stimmungslage der zwölfbeinigen Gruppe. Kurz entschlossen erfolgte das Update der Tour in den Bike-Computern. Die 12 Beine waren diesmal stärker, als die geballte Kraft aller neuroyalen Belohnungszentren der 6 Scuderisti.

Vor den Kugeln: Kurz noch auf die „RoKi“ abgebogen.

So ging es bei idealem Wetter über Spich, Lohmar, die „Serpentinen“ (nur einmal – aber das ist eine andere Geschichte) hoch zum Halberg, durchs Naafbachtal und so weiter … und irgendwie (ich kann mich nicht mehr so recht erinnern) fanden wir zurück nach Köln.

Foto: unbekannter Passant (Danke!). Der Champagner steht schon kalt.

Letztlich hat sich der kleine Umweg gelohnt. Im Schnitt gab es in etwa (also großzügig aufgerundet) je 10 km/h Durchschnitts-geschwindigkeit je eine Kugel ohne Sahne – offensichtlich hatte sich aber niemand für ein Schlumpfeis qualifiziert. Hierfür – so waren sich die Scuderisti einig – muss zwingend die Hürde eines 30er-Schnittes genommen werden.
Dafür hingegen war der italienische Eis-Keeper sehr siegessicher „Der Champagner fürs Endspiel steht schon im Kühlschrank“ posaunte er mit strahlenden Augen – schau´n mer mal, beliebt(e) der Kaiser zu sagen. Könnte in dem Fall so was heißen wie: Fish & Chips nicht ausgeschlossen.

„Tour de Frites“ op Kölsch

Scuderia Suedstadt Radsport in Köln bei der Tours de Frites

Tour de Frites“ op Kölsch
für eine Handvoll Fritten

Was passiert,

wenn jemand zu viel vom Radfahren in seiner alten Heimat schwärmt.

Was passiert, wenn jemand zu viel vom Radfahren in seiner alten Heimat schwärmt (und den besonderen kulinarischen Genüssen, die man dort genießen kann)?
Die Scuderisti wollen hin!

225 km – für eine Handvoll Fritten?

Nichts leichter als das, dachte sich Laura von der Scuderia Suedstadt in Köln und plante eine Route nach Maastricht – 225 km hin und zurück. Nur um ein paar Fritten zu essen?! Korrekt! Das klingt doch nach der perfekten Idee für einen gelungenen Sonntag. Und so fand sich am Sonntagmorgen spontan eine Gruppe aus 9 teils Langstrecken erprobten Scuderisti am Eierplätzchen in der Südstadt ein.

Scuderia Suedstadt Radsport in Köln bei der Tours de Frites
O.k. dies ist nicht das Eierplätzchen – allerdings ist hier die gesamte Gruppe zu sehen. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 … + Kamera-Scudi.

Angesichts der bevorstehenden Distanz schlackerten uns bereits im Vorfeld die Knie. Egal, unser Kurs und das Ziel waren klar bestimmt – und los ging es: immer Richtung Westen, mit Rückenwind zunächst flott über Elsdorf nach Jülich und dann den alten Bahntrassenradweg hinauf Richtung Alsdorf.

Die Standpumpe als rettende Begleiterin

Ein erster größerer Defekt eines Mitfahrers (Kettenriss) konnte die gute Stimmung nicht trüben, da dieser Dank eines vorausschauenden anderen Mitfahrers, der die „komplette Werkzeugkiste“ im Gepäck hatte, schnell wieder behoben werden konnte. Als kleine Überraschung wartete bei Kilometer 80 als erste Einkehr ein herzlicher Empfang im Garten von Lauras Elternhaus mit Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen.

Scuderia Suedstadt Radsport in Köln bei der Tours de Frites
„All-Inclusive-Tour“
(Übrigens: Nicht nur der ideelle Wert des „Belegte-Brötchen-Kaffee-und-Kuchen-Buffets“ übersteigt den Scuderia Mitgliedsbeitrag bereits deutlich).

Ein sich ankündigender, schleichender Platten wurde vorsorglich noch einmal aufgepumpt, denn bekanntlich pumpt es sich ja deutlich besser mit einer Standpumpe, die Wasserflaschen wurden gefüllt und dann ging es auch schon über die Grenze.

Scuderia Suedstadt Radsport in Köln Standpumpe als Begleiterin
Wer von uns hatte noch mal die Standpumpe eingepackt?

Über die von Laura im Vorfeld als „limburgische Toskana“ angekündigte Traumstrecke, die ihren Spitznamen redlich verdient hat, ging es ins Geultal bis ins Radsportmekka Valkenburg, dem wohl touristischsten Ort der Niederlande, wo wir den berüchtigten Cauberg erklommen, an dessen Ende sich lange Zeit das Ziel des Amstel Gold Race befand und an dem Philippe Gilbert auch 2012 Weltmeister wurde. Spätestens hier war zu sehen, dass die NiederländerInnen extrem Radsport begeistert sind, traf man doch eine beachtliche Menge größerer und kleinerer Gruppen unterwegs. Von dort aus rollten wir hinab nach Maastricht, überquerten die Maas und fanden uns auf dem Maastrichter Marktplatz ein.

Scuderia Suedstadt Radsport in Köln bei der Tours de Frites
Bergwertung in der „Limburgischen Toscana“

Auf die Fritten folgt die Rampe folgt die Abkühlung

Lauras Aachener Heimatradverein pflegt die Tradition nur zum Fritten essen rüber nach Holland zu fahren, die sogenannte „Tour de Frites“. Aus Köln ist die Anfahrt etwas weiter, dafür schmecken die Fritten aber doppelt so gut und so ließen wir es uns richtig gut gehen. Erst bei der „Friture Reitz“ und dann ein paar Meter weiter im Radsportcafé „Alleycat“, bei dem wir nicht die einzigen Gäste waren, die die Idee hatten an diesem Tag aus Köln nach Maastricht und zurück zu fahren. Praktischerweise gab’s vor Ort eine Standluftpumpe (die wie wir ja wissen wesentlich komfortabler ist) und man konnte direkt einen Ersatzschlauch käuflich erwerben, wovon wir dann auch leider Gebrauch machen mussten.

Scuderia Suedstadt Radsport in Köln bei der Tours de Frites
Gemeinsames Leid, ist geteiltes Leid. 9 Scuderisti reparieren gemeinsam einen Platten und versüßen sich derweil ihr Leben bei Kaffee und Kuchen.

Der Rückweg begann mit einigen Tücken. Schon vor dem nächsten Anstieg, dem Bemelerberg, mussten wir uns wegen eines Gewitterschauers unter einer Brücke unterstellen. Es folgte der nächste Platten einer Mitfahrerin (aber in Limburg wird einem direkt mit einer Standluftpumpe (!) ausgeholfen, weil man zufällig grade vor dem Haus eines Radfahrers steht), keinen Kilometer weiter ein anderer Platten und dann direkt nochmal eine Dusche, die uns kurzzeitig am weiter fahren hinderte. Weiter auf der Tour ging es dann den Kruisberg hoch, eine wirklich fiese kleine Rampe und kaum als wir wieder zurück über die Grenze waren, gab es auch schon den nächsten Gewitterschauer, der uns eine dreiviertel Stunde unter einer Unterführung ausharren ließ, während die Temperatur von 29 auf 15 Grad fiel.

Scuderia Suedstadt Radsport in Köln auf der Tours de Frites
Trinkflasche leer und was erlaube Wettergott – die gute Laune lassen wir uns selbst bei einem Gewitterregen unter der Brücke nicht verderben.

WiederholungstäterInnen – garantiert!

Wer jetzt denkt, die Tour könnte bei so viel Pech auf einmal keinen Spaß gemacht haben, der irrt sich aber gewaltig! Trotz aller Verzögerungen nahmen wir guten Mutes die Rückfahrt nach Köln an, die uns knapp am Nordrand der Eifel vorbei zurück bis in die Südstadt führte. Es gab sogar noch einen weiteren Platten auf dem Rückweg (ja auch in Nörvenich gibt es nette Anwohner, die eine Standluftpumpe anbieten), aber selten wurden an einem Büdchen in der Kölner Südstadt am späten Sonntagabend glücklichere Gesichter gesehen als an diesem Tag! Die überragend schöne Strecke, der herzliche Empfang bei Lauras Eltern, die tolle Truppe und vor allem das Gefühl über sich hinaus gewachsen zu sein und die für den Durchschnitts-Latte-Fahrer doch recht lange Distanz dank gegenseitiger Unterstützung bewältigt zu haben, hinterließen bei allen Mitfahrern eine schöne Mischung aus Erschöpfung und Glückseligkeit. Und alle waren sich einig: Das müssen wir nochmal machen!