TdE – Fahren in einer anderen Dimension

Am letzten Wochenende stand für die Scuderia Suedstadt  mit der Tour d‘Energie in Göttingen der zweite Renntermin des Jahres auf der Agenda. (Über die Besetzungscouch des Teams wurde bereits berichtet.) Bevor dieser Text abhebt,  aus der subjektiven Rennwahrnehmung des Autoren einige soziohypothetische Stammtischparaphrasen zur Charakteristik des Jedermannrennens an sich zu verlieren, sei gesagt: Danke für die geile Orga, denn wie gewohnt zeigte sich der Göttinger Jedermannklassiker von seiner besten Seite!

Galaktische Organisation

Zuerst das Wetter: Man kredenzte deftigen Ostwind auf feinem Scuderia-Sonnenschein. Dann die Strecke: Im Vergleich zum Vorjahr noch verbessert, durch Austausch der Buckelpiste zwischen Brahmwald und Varlosen. Wenn jetzt im nächsten Jahr noch (wie Gerüchte verlauten lassen) der Start zu Ungunsten der – wenngleich gut neutralisierten, dennoch halsbrecherischen – Abfahrt von den Zietenterassen (= Berg) ins Tal verlegt wird, wäre die Route perfekt. Auch das ein sponsoringbedürftiges Profirennen im Vergleich zu Rund um Köln hier fehlt macht sich nur positiv bemerkbar, denn man bekommt in Göttingen einfach mehr für sein Geld: Neben dem üblichen werbewirksamen Altpapier nebst Trinkflasche sind T-Shirt, Frühstück, Pasta-Party, einen Ausgabe der Tour, Abstinenzlerweißbier und mit ein wenig Anstehen sogar Massage inklusive! Ich fasse zusammen: In puncto Service bewegten wir uns am Sonntag in einer anderen Dimension.

Typische Rennverläufe

Auf Grund der traditionell verplanten Anmeldung durch die Scuderia war unser Team leider schon vom Start weg auf verschiedene Startblöcke verteilt. So kamen wir in den Genuss durchaus unterschiedlicher Rennsituationen. Während es durchweg der Fall war, dass der leicht ansteigende Abschnitt von Mengershausen nach Jühnde (160 Hm auf 4 km) aussiebende Funktion übernahm, waren Situationen mit Attacken, Taktieren, etc. wie man sie aus dem Fernsehen oder von Vereinsrennen kennt wohl eher der Spitzengruppe vorbehalten. So kann man es jedenfalls bei der gesponserten Profijedermannkonkurrenz nachlesen. Doch auch unser Torsten berichtete davon, in der gegenwindigen Abfahrt vom Hohen Hagen zum Ziel in Göttingen in einer gut funktionierenden Fünfergruppe mit abwechselnder Führungsarbeit unterwegs gewesen zu sein.

Etwas weiter hinten auf der Strecke begegnete mir hingegen das übliche Jedermannschauspiel: Alle fahren einem zunächst schnellen Mann hinterher bis der irgendwann nicht mehr kann. Das Feld bummelt dann so lange, bis sich entweder vorne der nächste schnelle Mann erbarmt oder von hinten ein schneller Mann ungeduldig wird und nach vorne drängt. Aus diesen chaotischen Führungswechseln resultiert dann noch das regelmäßige Anschluss-verpassen, was bei dem Wind den wir hatten schon mal das ein oder andere Feld sprengen kann. Man war also gut beraten vorne zu Fahren; und hört man diesen taktischen Hinweis nicht doch auch schon mal in der Profi-Dimension? Außerdem hatten wir mit Sicherheit den professionellsten Fanclub, der sich auf den Brahmwald, den Hohen Hagen und die Zielgerade verteilt hatte.

Zielsprint

Das bemerkenswerteste an unseren Zielsprints sind sicherlich die großartigen Fotos, die Clara für uns gemacht hat. Danke!

Von meiner Einfahrt auf die Zielgerade kann ich berichten, dass ich zunächst etwas überrascht war, das der Sprint bereits nach der letzten Kurve, also etwa 500m vor der Ziellinie eröffnet wurde. Ich hatte sogar das Hinterrad des Mannes, der den Sprint meiner Gruppe gewann, aber als er nach rechts zog war ich eingebaut und musste ihn fahren lassen. Mit anderen Worten: Ausreden. Ich war nicht schnell genug, aber nah dran.

Auch in Jonas Gruppe wurde mächtig am Horn gezogen. Auch wenn er ein paar Fahrer vorlassen musste, so hat ihn das Fahnewedeln dennoch ordentlich angetrieben.

Wie das Bild ganz oben zeigt, war Thomas Konkurrenz im Gegensatz zu ihm auf der Bürgerstr. ziemlich farblos unterwegs.

Hier noch ein Bild der diesjährigen TdE-Zielaufstellung mit Tortsten, Jonas, Thomas und mir:

Das ausgegebene Ziel „Top Ten“ wurde zwar verfehlt, aber wir sind dennoch zufrieden, in der GCC-Team-Gesamtwertung den beachtlichen 21. Platz erreicht zu haben (ermöglicht durch taktisches Geschick bei der Planung des Rennkalenders).

 

Kette rechts!

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